Lexikon

Krippe

Bezeichnung für das gesamte statische Szenario der Geburtsdarstellung, zu der die eigentliche Krippe, in die der Neugeborene gebettet wird, gehört. „Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt“ (Lk 2,12) sprach der Engel des Herrn zu den Hirten. Und weil die (Futter-) Krippe meist in einem Stall steht, galt in der westlichen lateinischen Kirche: Jesus wurde in einem Stall geboren. Die Ostkirche dagegen – und mit ihr die außerbiblische Tradition – nahm den Geburtsort Christi in einer Höhle an, wie sie von Hirten und Herden im heiligen Land bei Schlechtwetter aufgesucht wurde. Origenes (185–254) gab an, jeder in Betlehem könne die Höhle und die Krippe zeigen, in der Christus geboren sei und gelegen habe. Kaiserin HELENA ließ 335 über dieser Höhle eine Kirche errichten, für deren Kuppel 386 der heilige Hieronymus den Auftrag gab, die Geschichte der Geburt Christi zu malen. Entsprechend der biblischen Erzählung tauchen in der heute in Kirchen und Privathäusern stehenden Krippe die Heiligen Drei Könige am 6. Januar auf. Zuvor stehen sie entfernt, um anzuzeigen, dass sie erst noch auf dem Weg zur Krippe sind.

© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

     

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