Lexikon

Kinderbeschenktage

Der älteste nachweisbare Kinderbeschenktag ist in christlicher Zeit das Fest UNSCHULDIGE KINDER am 28. Dezember. Es war verbunden mit dem Kinderbischofsspiel, Knabenbischofsspiel oder – in Klöstern – Kinderabtspiel, ein uralter Brauch in Mitteleuropa. Bereits 867/870, auf dem Konzil von Konstantinopel, wird das „festum puerorum“, „festum stultorum“, „ludus episcopi puerorum“ oder – später – „fêtes des fous“ verboten. Seit dem 13. Jahrhundert, mit der aufkommenden Popularität des Nikolaus als Schülerpatron, bürgert sich der 6. Dezember als Festauftakt ein, wobei die gesamte Feier bis zum 28. Dezember dauert. Neben dem Fest Unschuldige Kinder (28. Dezember) und Nikolaus (6. Dezember) bestand seit alter Zeit das Fest des heiligen Martin (11. November). In einigen Gegenden Deutschlands bzw. zu einigen Zeiten erhielten die Kinder auch kleine Geschenke an Barbara (4. Dezember) oder Lucia (13. Dezember). Mancherorts wurden auch nur die Mädchen an diesen Tagen beschenkt. Durch die Reformation wurde das Kinderbeschenken von Nikolaus getrennt und auf Weihnachten verlegt. Neben diesen allgemeinen Terminen hatten Kinder aber Anspruch auf ein kleines Geschenk an ihrem Namenstag, an Kirchweih und am Schlachttag. Während DREIKÖNIGE in Italien, Frankreich und Spanien zu einem Kinderbeschenktag wurde, unterblieb dies in Deutschland.

© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

     

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