Lexikon

Eisbad

Da die orthodoxe Kirche ihren Festkalender noch nach dem Julianischen Kalender ausrichtet, fällt Epiphanie etwa 13 Tage später als auf den 6. Januar. Im Vordergrund des orthodoxen Volksbrauchtums steht die Taufe Jesu im Jordan (vgl. TAUFNACHT). Sie wird dadurch nachvollzogen, dass man in das um diese Jahreszeit unter Eis erst frei zu legende fließende Wasser springt und ruft: „Mütterchen Quellwasser, reinige mich von Sünden und Leiden.“ Für die einen ein religiöser Brauch, ist es für andere bloß ein eiskalter Jux oder eine Mutprobe. Das Eisloch wird in Kreuzform gehackt oder mit Kerzen, Staatsfahnen und Ikonen umstellt. Die einen überstehen den Kälteschock durch vorheriges Aufheizen in einem Dampfbad, größere Mengen von Wodka oder – angeblich – durch ein geweihtes Wasser.

© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

     

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