Lexikon

Dreikönigsspiele

Seit dem 11. Jahrhundert wurde die Erzählung von den Magiern aus dem Morgenland dramatisiert und gespielt. Ab dem 13. Jahrhundert mündeten die Dreikönigs- oder MAGIERSPIELE in die frühen Weihnachtsspiele. Je volkstümlicher EPIPHANIE zum reinen Dreikönigsfest wurde, desto mehr lösten sich die Dreikönigsspiele von ihrer liturgischen Funktion, gingen in neuere Präsentationsformen wie das Stockpuppenspiel ein und wanderten aus dem Kirchenraum hinaus auf den Marktplatz, vom fanum (lat., Heiligtum) ins profanum (lat., die Umgebung des Heiligtums). Die biblische Grundlage war zu diesem Zeitpunkt längst durch komische Einlagen in den Hintergrund gedrängt worden. Die Dreikönigsspiele dieser Art hielten sich in einzelnen Fällen bis in das 20. Jahrhundert. Das „KASPERLE“ des Kinderpuppenspiels ist ein letztes Relikt des Dreikönigsspiels.

© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

     

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